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Berufswahl

Gibt es Einschränkungen bei der Berufswahl?

Im Allgemeinen ist eine Epilepsie kein Hinderungsgrund für eine berufliche Tätigkeit.

Grundsätzlich sollte man sich zuerst überlegen, welcher Beruf den eigenen Interessen und Fähigkeiten entspricht. Im zweiten Schritt gilt es dann zu klären, inwieweit sich dieser Beruf auch mit einer Anfallserkrankung verträgt. Eine wichtige Rolle hierbei spielt auch die medizinische Diagnose der Epilepsieform. Bei vielen Arten von Epilepsien kann durch Medikamente eine dauerhafte Anfallsfreiheit erzielt werden, so dass berufliche Einschränkungen nicht längerfristig gegeben sein müssen.


Wie gefährlich sind Anfälle am Arbeitsplatz?

Gefährdungen und damit berufliche Einschränkungen ergeben sich durch die Art der Anfälle wenn:

  • Bewusstseinstörungen im Rahmen eines Anfalles auftreten
  • Stürze im Rahmen der Anfälle vorkommen
  • eine Störung der Kontrolle der Willkürmotorik im Rahmen eines Anfalles auftritt
  • nach einem Anfall eine längere Phase mit Bewusstseinstrübung oder der Situation unangemessenen Handlungen besteht

Wenn unkontrollierbare Anfälle bestehen, muss von einigen Tätigkeiten abgeraten werden. Im Wesentlichen betrifft das Arbeiten mit Absturzgefahr (Dachdecker, Schornsteinfeger etc.), Arbeiten an offenem Wasser und Feuer, Arbeiten mit Starkstrom und an ungeschützten Maschinen, sowie das Arbeiten als Berufskraftfahrer. Die Gefährdung Dritter muss vermieden werden.

Daneben ist von Bedeutung, ob die erforderliche antiepileptische Medikation ohne Nebenwirkungen vertragen wird.

Die Gefahr kann jedoch deutlich reduziert werden, wenn:

  • Anfälle nur im Schlaf auftreten
  • ein Vorgefühl (Aura) verlässlich vor einem Anfall auftritt und man in der Lage ist, die Tätigkeit zu unterbrechen und sich in Sicherheit zu bringen
  • während eine Anfalls das Bewusstsein immer erhalten ist und es zu keinen schwerwiegenden motorischen Beeinträchtigungen kommt
  • unter Medikamentenbehandlung oder nach einem epilepsiechirurgischen Eingriff eine Anfallsfreiheit seit einem Jahr besteht

Manchmal können innerbetriebliche Veränderungen dazu beitragen, die berufliche Tätigkeit an die durch die Epilepsie bedingten Einschränkungen anzupassen (z.B. Anbringung von Schutzvorrichtungen an Geräten, innerbetrieblicher Arbeitsplatzwechsel, seltene Tätigkeiten durch Kollegen erledigen lassen). Hyperlink zu Aussagen Dr. Gräber, Technischer Berater….

Für Patienten mit chronischen Krankheiten oder Behinderungen bestehen zudem Ausnahmeregelungen im Zulassungsverfahren der ZVS zum Studium, die die Chancen auf den gewünschten Studienplatz verbessern können.