Epilepsie

Das aus dem Griechischen stammende Wort Epilepsie bezeichnet eine Gruppe von chronischen neurologischen Erkrankungen mit einer großen Anzahl verschiedener Erscheinungsformen. Ihre Gemeinsamkeit besteht darin, dass es zu spontan auftretenden, wiederholten Anfällen kommt.

Laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO erleiden 5 % aller Menschen einmal in ihrem Leben einen epileptischen Anfall. Erst wenn es ohne erkennbare Ursache zu zwei Anfällen kommt, wird jedoch von einer Epilepsie gesprochen. Grundsätzlich kann eine Epilepsie in jedem Alter auftreten. Besondern häufig beginnt jedoch sie in den ersten beiden Lebensjahrzehnten bzw. nach dem 65. Lebensjahr.

Bei einem epileptischen Anfall kommt es – vereinfacht dargestellt – zeitweise zu einer Funktionsstörung im Gehirn: Die normalerweise koordiniert ablaufende Signalübertragung zwischen den Nervenzellen ist durch andauernde vermehrte gleichzeitige elektrische Impulsaussendung mehrerer Nervenzellen/Nervenzellverbände beeinträchtigt. Dies kann z. B. Auswirkungen auf die Muskulatur haben. Ist dies der Fall, kommt es zu einer unkoordinierten Anspannung der Muskeln bis hin zu Krämpfen. Jedoch können davon auch andere Nervenzellverbände betroffen sein, z. B. diejenigen für Geruchsempfinden oder das Sehen.

Die Klassifikation der Epilepsien wurde von der Internationalen Liga gegen Epilepsie (ILAE) 1989 wie folgt festgelegt:

  1. Partielle Epilepsien und Epilepsiesyndrome
  2. Generalisierte Epilepsien und Epilepsiesyndrome
  3. Epilepsien und Epilepsiesyndrome mit unklarer Zuordnung (generalisiert bzw. partiell)
  4. Spezielle Epilepsieformen und -syndrome