Epilepsieprojekt 2007 – 2010

Führerschein

Kann ich mit Epilepsie einen Führerschein machen?

Grundsätzlich dürfen Menschen mit einer Epilepsie unter bestimmten Bedingungen den Führerschein erwerben und Kraftfahrzeuge führen.

Das trifft zu bei Anfällen, die seit mindestens drei Jahren nur im Schlaf auftreten, wie auch bei solchen ohne Beeinträchtigung des Bewusstseins. Bei Personen, die je nach Schwere oder Dauer der Epilepsie seit einem bis zwei Jahren anfallsfrei sind, bestehen ebenso wenig Bedenken für die Erteilung der Fahrerlaubnis der Fahrscheingruppe 1.

Weitere Informationen:
„Epilepsie und Führerschein“ Das Wichtigste der Begutachtungs-Leitlinien zur Kraftfahrereignung 2000
Faltblatt des Epilepsie Zentrums Bethel, Bielefeld

http://www.fahrerlaubnisrecht.de/Begutachtungsleitlinien/BGLL%203.9.6.htm http://www.izepilepsie.de/home/showdoc,id,410,aid,3299.html


Wer beurteilt, ob ich Autofahren darf?

Die Entscheidung, ob jemand eine Fahrerlaubnis erhalten bzw. behalten kann, darf nicht pauschal getroffen werden. Maßgebend hierfür sind die „Begutachtungs-Leitlinien zur Kraftfahrereignung“ der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt), welche abhängig von vielen Faktoren eine verbindliche Empfehlung aussprechen. Die Begutachtung nehmen Neurologen mit verkehrsärztlicher Zusatzqualifikation vor. Der erste Ansprechpartner bei diesen Fragen ist der behandelnde Neurologe, bzw. die Epilepsieambulanz.


Was kann ich tun, wenn ich keinen Führerschein erwerben bzw. nicht Autofahren darf?

Besteht die Fahreignung nicht, oder nur zeitweise nicht, gibt es sozialrechtliche Hilfen für Arbeitnehmer, die mit einer ärztlichen Stellungnahme von Trägern der beruflichen Rehabilitation gewährt werden können (Agentur für Arbeit, Deutsche Rentenversicherung oder auch Unfallversicherung.

Arbeitsassistenz (für Fahrten die mit der beruflichen Tätigkeit zusammenhängen)

Wenn die betreffende Person nicht in der Lage ist selbständig ein Fahrzeug zu lenken und das Fahren nicht prägender Bestandteil der beruflichen Tätigkeit ist, kann Arbeitsassistenz in unterschiedlichen Modellen gewährt werden

1) im „Arbeitgebermodell“ stellt der Beschäftigte mit Epilepsie eine Person ein, die Hilfe leistet, die Kosten werden vom zuständigen Träger erstattet.

2) im „Dienstleistungsmodell“ lässt  der Arbeitnehmer die notwendige Leistung durch einen Dienstleister erbringen, z. B. ein Taxiunternehmen, die Kosten werden wiederum durch den zuständigen Träger erstattet.

3) im dritten Modell wird die Arbeitsassistenz über den Arbeitgeber abgewickelt; er stellt eine Person, die die Assistenz leistet, zur Seite und bekommt die ihm dadurch entstehenden Kosten als „besonderen Betreuungsaufwand“ vom Kostenträger erstattet. Die Abwicklung erfolgt über das Integrationsamt.

Kraftfahrzeughilfe (für Fahrten zur Arbeitsstelle)

Es kann ein Zuschuss für die Beförderung des Beschäftigten mit Epilepsie zur Arbeit geleistet werden, wenn er ein Fahrzeug nicht selbst führen kann und auch nicht gewährleistet ist, dass ein Dritter das Fahrzeug für ihn führt. Die Hilfe wird dann gewährt, wenn die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel wegen der Schwere einer Behinderung und/oder der Länge der Fahrzeit nicht zumutbar ist, z. B. wenn aufgrund der Anfallsfrequenz zu erwarten ist, dass während der Fahrt infolge eines Anfalls Hilflosigkeit auftritt oder – wichtiger, weil häufiger der Fall – wenn am Wohnort keine öffentlichen Verkehrsmittel zur Verfügung stehen, mit denen der Arbeitsplatz in angemessener Zeit erreicht werden kann.

- unentgeltliche bzw. vergünstigte Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs durch das Merkzeichen G im Schwerbehindertenausweis


Wen kann ich nach Unterstützung bei sozialrechtlichen Hilfen fragen?

Informationen und Unterstützung bei der Antragstellung gibt es durch die Sozialberatung in Epilepsiezentren, Mitarbeiter der Epilepsieberatungsstellen und Integrationsfachdienste (IFD).