Schwerbehinderung

Habe ich als Betroffener Anspruch auf einen (Schwer)-Behindertenausweis?

Epilepsie ist eine Erkrankung, die eine Behinderung oder sogar eine Schwerbehinderung darstellt. Demzufolge hat man Anspruch auf einen Behindertenausweis. Da dieser nicht nur Vorteile bietet, sondern auch mit Nachteilen verbunden sein kann, sollte der Betroffene zuvor bedenken, wofür er den Behindertenausweis möchte und ob die Anerkennung einer Behinderung für ihn sinnvoll ist. Wichtig zu wissen ist außerdem: auf Nachfrage muss das Vorhandensein eines solchen Ausweises angegeben werden. 


Welche Vor- bzw. Nachteile hat die Anerkennung der Behinderung?

Vorteile: Bei Kindern und Jugendlichen kann der Behindertenausweis die Situation der Eltern erleichtern (z.B. durch steuerliche Vorteile). Wesentliche Vorteile des Schwerbehindertenausweises für Betroffene im Berufsleben sind ein spezieller Kündigungsschutz, fünf zusätzliche Urlaubstage pro Jahr bei Vollbeschäftigung und steuerliche Vergünstigungen. Zudem hat man das Recht Mehrarbeit abzulehnen. Auch der Arbeitgeber erhält zum Teil erhebliche Förderungen (über das Integrationsamt), wenn er einen schwerbehinderten Bewerber einstellt.

Nachteile:Unter Kindern und Jugendlichen kann sich die Anerkennung der Behinderung negativ auswirken, da das an Epilepsie erkrankte Kind bzw. der Jugendliche einen Sonderstatus einnimmt und die Gefahr einer Ausgrenzung besteht.

Bei Jugendlichen im berufsfähigen Alter bzw. bei Erwachsenen kann die Anerkennung einer Behinderung die Stellensuche erschweren. Dies kann insbesondere in der Phase der Berufsorientierung sehr enttäuschend sein. Je höher die Behinderung graduell eingestuft wird, desto größere Zweifel an der Belastbarkeit des Bewerbers können beim Arbeitgeber entstehen.


Wo wird der (Schwer-)Behindertenausweis beantragt?

Antragsformulare zur Anerkennung als (Schwer-)Behinderter erhält der Betroffene über das Versorgungsamt, die Hauptfürsorgestelle, die Schwerbehinderten-Vertrauensstelle im Betrieb, andere Beratungsstellen der Sozialbehörde oder über den Sozialdienst im Krankenhaus. Bei Antragstellung sollten Art und Auswirkungen der epileptischen Anfälle möglichst genau geschildert werden. Folgeschäden, psychische Auswirkungen, Schmerzen oder sonstige Gesundheitsstörungen sind ebenfalls anzugeben. Ratsam ist es, ärztliche Befunde zusammen mit dem Antragsformular abzugeben. Sobald der Behindertenausweis beantragt ist, prüft die entsprechende Institution, ob eine Behinderung vorliegt und wie hoch der Grad der Behinderung ist.